
Kinesiologischer Test deckt auf: |
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![]() Autor: Dr. päd. Werner Weishaupt Zahnspange als Konzentrations-Blocker - Ein Fallbericht Ein besorgter Vater meldet sich in der psychologischen Praxis: Sein 14-jähriger Sohn Carsten leide seit ca. einem halben Jahr unter zunehmenden Konzentrationsproblemen. Zu Hause und in der Schule mache er oft den Eindruck, irgendwie neben sich zu stehen. Seine schulischen Leistungen seien noch nicht direkt abgesackt, aber das drohe natürlich umso mehr, je länger dieser Zustand anhalte. Zumindest hatten sich einige Lehrer beim letzten Elternsprechtag verwundert darüber geäußert, dass Carsten im Unterricht sehr oft nachfrage, weil er wohl beim ersten Mal die Erklärungen nicht richtig aufnehme und verstehe. Eigentlich habe sein Sohn die Umstellungsprobleme beim Übergang zum Gymnasium vor eineinhalb Jahren ganz gut bewältigt, das „Zeug“ für diese Schulform bringe er auch mit. Ob es denn wohl die Pubertät sei, die jetzt diese auffällige geistige „Vernebelung“ und „Abwesenheit“ verursache? Er habe nun gehört, dass es kinesiologische Übungen gebe, mit denen man die Konzentrationsfähigkeit bei Kindern steigern könne... Beim Besuch in der Praxis bestätigt Carsten selbst im Wesentlichen die Schilderungen seines Vaters. Eigentlich habe er keine Schwierigkeiten in der Schule oder bei den Schularbeiten, nur falle es ihm oft schwer, wirklich „dabei“ zu sein. Er könne auch nicht sagen, dass es ganz bestimmte Gedanken, Phantasien oder Sorgen seien, die ihm im Kopf herumgehen, eher habe er einfach Mühe, konzentriert zu bleiben. Einen Grund dafür kenne er nicht, aber das Ganze sei etwa seit Beginn der 8. Klasse so. Aus dem breit gefächerten Feld der Kinesiologie ist vielen Schülern, Eltern und auch Lehrern in den letzten Jahren am ehesten die pädagogische Kinesiologie und das System „Brain-Gym“ nach Dr. Paul E. und Gail E. Dennison bekannt geworden (siehe Literaturhinweise). Und in der Tat haben die dort beschriebenen Energieund Bewegungsübungen ihre segensreichen Wirkungen für die Gehirnkoordination und damit für das Lern- und Leistungsvermögen bei unzähligen Schülern und genauso in der Erwachsenenbildung immer wieder unter Beweis gestellt. Darüber hinaus liegen inzwischen sogar eine Reihe wissenschaftlicher Studien vor (siehe Literaturhinweise). Trotzdem ist natürlich im Einzelfall zu prüfen, ob die Brain- Gym-Übungen die Methode der Wahl sind oder ob es andere spezifische Ursachen gibt, die zu einer Lernstörung führen und mit anderen kinesiologischen, psychologischen oder pädagogischen Methoden zu beheben sind. Dabei ist stets auch auf den Zeitpunkt zu achten, an dem dieses Problem aufgetaucht oder verstärkt zu Tage getreten ist. Konkret: Gab es bei Carsten oder in seiner Familie vor sechs bis acht Monaten irgendwelche mehr oder weniger gravierenden Lebensveränderungen? Man fragt sinnvoller Weise immer noch ein bisschen über den genannten Beginn der Beschwerden hinaus, weil der Organismus oft bestimmte Belastungen noch für eine Weile kompensieren kann, bevor dann bestimmte Symptome auftreten und eine Überlastung des Systems anzeigen. Bis auf das Ende der Ferien und den Beginn des achten Schuljahrs fällt Vater und Sohn jedoch nichts ein. Und das war - trotz Lehrerwechsel in einigen Fächern - nichts Dramatisches. Und wie sieht es mit der Motivation aus: Hat Carsten überhaupt Lust, in die Schule zu gehen? Oder hat er - wie leider viele seiner Alterskameraden - aus irgendeinem Grund „dicht“ gemacht und eine „Null-Bock-aufgar- nichts“-Haltung entwickelt? Auch das ist zum Glück nicht der Fall. Pubertär-hormonelle Einflüsse? Auch hier nichts wirklich Ungewöhnliches - obwohl die neuere Gehirnforschung herausgefunden hat, dass in dieser Umbruchphase viele Strukturen im Denkapparat der Jugendlichen umgebaut werden! Bloßes Nachdenken führt also nicht weiter, zumal die Familie das selbst ja auch schon getan hat, auf ihrer Suche nach Möglichkeiten, Carsten zu helfen. Kann uns der Muskeltest als Körperbiofeedback hier weiterhelfen? Kennt der Organismus der Testperson die wahre(n) Ursache(n) und kann sie uns über die entsprechenden Muskelreaktionen anzeigen, wenn wir nur geschickt genug fragen? Vor einem solchen Unternehmen stehen immer eine Reihe von Vortests und gegebenenfalls Vorkorrekturen, um sicherzustellen, dass man auf diesem Weg wirklich zuverlässige Antworten bekommt. Im Einzelnen habe ich diese Vorgehensweise in meinem Artikel „Die Kunst des Muskeltestens in der Kinesiologie“, in Heft 09/2004 der CO’MED beschrieben. In diesem Fall war es interessant, dass sich ein Meridianendpunkt beim Screening „schwach“ testete, das heißt der Testmuskel konnte bei Berührung dieses Punktes (ZG 24) dem gleichmäßig ausgeübten Testdruck plötzlich nicht mehr standhalten. Normalerweise reicht es aus, wenn man diesen letzten Punkt des so genannten „Zentralmeridians“, der auf der Körpermittellinie vom Schambein aufwärts über die Kinnspitze bis direkt unterhalb der Unterlippe verläuft, etwa eine Minute sanft berührt, um den Fluss der Merdianenergie wieder zu aktivieren. Diese Brain- Gym-Übung bewirkte bei Carsten jedoch gar nichts; auch beim Nachtesten zeigte sich der Akupunkt weiterhin „schwach“ und deutete damit auf eine tiefer liegende, verborgene Ursache hin. Wenn man nun weiß, dass der „Zentralmeridian“ nicht nur auf der Körperoberfläche in der beschriebenen Weise verläuft, sondern auch einen „inneren Ast“ hat, der direkt hoch zum Zentralnervensystem führt und es mit Vitalenergie versorgt - oder eben nicht, wenn diese Bahn blokkiert ist -, stimmt einen dieser Befund zumindest nachdenklich. Im nächsten Schritt prüften wir deshalb mit unterschiedlichen weiteren Muskel- „Touch for Health“, inwieweit die verschiedenen Teile des Gehirns, die beim Lernen und Leisten optimal zusammenwirken müssen, wirklich koordiniert arbeiteten. Offensichtlich taten sie das nicht. Aber war das nur ein momentaner Zustand oder der für Carsten seit Beginn seiner Konzentrationsprobleme geradezu „typische“? Dazu sei angemerkt, dass zum Beispiel Kinder, die aufgrund von Nasenpolypen, chronischen Nebenhöhlenentzündungen oder Atemwegsallergien den Lippenschluss unbewusst vermeiden, um besser Luft zu bekommen, oft auch wegen Konzentrationsmängeln auffallen. Allerdings schieden diese Ursachen bei Carsten ebenfalls aus, wie weiteres Beobachten, Befragen und Austesten ergab. Detektivisches Suchen brachte schließlich ans Tageslicht, was ohne weiteres nicht zu erkennen war: Carsten hatte im Unterkiefer zur Regulierung der vorderen Schneidezähne eine Zahnspange eingesetzt bekommen - und das genau seit einem halben Jahr! Nun baten wir ihn, die Zahnspange probehalber herauszunehmen - und alle Meridianpunkte, Muskeln und Gehirnbereiche testeten „stark“, das heißt normoton. Der Energiefluss im Zentralmeridian wurde nicht länger durch die Metallkonstruktion irritiert und konnte ungehindert bis in die verschiedenen Gehirnregionen fließen. War das schon des Rätsels Lösung? Wir verabredeten, dass die Familie diesen Befund mit dem behandelnden Kieferorthopäden besprechen sollte. Dabei stellte sich zum Glück heraus, dass Carsten seine Zahnspange ohnehin nicht länger benötigte. Eine Nachkontrolle zwei Monate später ergab, dass die Konzentrationsprobleme, das „Neben-sich-Stehen“ und die weiteren Schwierigkeiten seitdem praktisch nicht mehr aufgetreten waren. Also: Happy End?? Nicht ganz, wenn man über diesen Einzelfall hinaus schaut. Aus meiner inzwischen über zwölf jährigen Erfahrung weiß ich leider viele ähnliche Beispiele zu berichten, in denen es nicht nur zu dieser Art von Aufmerksamkeits- und Lernstörungen kam, sondern auch zu Beschwerden im körperlichen Bereich. Dabei sind gehäuft auftretende Knieschmerzen bei Kindern mit auf den Zähnen angebrachten „Brekkets“ und „Zugseilen“ nur eine Variante, die sich dadurch erklärt, dass dieser Zug eben über die „Sehnenkette“ des Nackens, Rückens und Beckens weiterwirkt bis in die Knie und Füße hinein und das ganze System unter Spannung und Stress setzt. Allergien und Unverträglichkeiten gegenüber den im Mundraum verwendeten Metallen und Kunststoffen sind eine weitere Variante, die leider auch immer wieder vorkommt, sich aber mit Sicherheit verhindern ließe, wenn die entsprechenden Materialien und Methoden zur Zahn- und Kieferkorrektur jeweils individuell kinesiologisch ausgetestet würden - am besten gleich beim Zahnmediziner oder in enger Zusammenarbeit mit entsprechend geschulten Kinesiologen.
Zum Autor Dr. paed. Werner Weishaupt Werner Weishaupt ist Dozent und Heilpraktiker für Psychotherapie und Kinesiologie. Er ist Leiter der „Praxis im Zentrum für Psychotherapie und Kinesiologie” in Salzgitter. In seiner eigenen therapeutischen Tätigkeit liegt der Schwerpunkt bei der Psychosomatische Kinesiologie für Erwachsene und Kinder sowie der Gruppenarbeit und Supervision. Dr. Weishaupt ist vielen Kollegen bekannt durch seine Vorträge und Seminare bei den regelmäßig stattfindenden Psychotherapie-Symposien des „Verbandes Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V.“, dessen Präsident er seit 2003 ist. Darüber hinaus ist er Mitglied im erweiterten Vorstand des Europäischen Verbandes für Kinesiologie (EVfK). Kontakt: Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V., Lister Str. 7, D-30163 Hannover, dr.weishaupt@vfp.de, www.vfp.de |
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