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CoMed - Artikel-Archiv:

Svetlana K. Musgutova

Educational Kinesiology

Fortschritt am Ascension Institut in Moskau, Russland

Artikelvorlage aus Brain Gym® Journal Juli 2001, Übersetzung von Susanne Rauch.

Zwischen 1989 und 1999 wurden hunderte von Edu-K Kursen in Russland gehalten. Insgesamt ließen sich 3.149 Russen aus Russland und anderen Ländern zu "Educational Kinesiology" Lehrern ausbilden. Menschen aus folgenden Berufen lernten die Brain Gym® Arbeit: 1.417 Erzieher (45%), 945 Psychologen (30%), 630 Medizinische Berufe (20%) und 157 andere Berufe (5%).

In unserem Land sind Edu-K-Programme in mehr als 40 psychologischen und erziehenden Zentren im Einsatz. Edu-K wird sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen eingesetzt, um ihnen dabei zu helfen, Folgendes zu verbessern: Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Verhalten, Verstehen, organisatorische Fähigkeiten, persönliche und berufliche Fähigkeiten, Kreativitätsentwicklung, gesundheitliche Herausforderungen und psychologische Schwierigkeiten in der Wahrnehmung. Brain Gym hat das Leben von Schulkindern verschiedenen Alters in 350 russischen Schulen bereichert, indem es entweder in den Schulplan aufgenommen oder als Anwendungen in anderen Lehrfächern eingesetzt wurde.

Von 1995 bis 1998 wurde Brain Gym als ein eigenständiges Fach für die Studenten an der Freien Russischen Universität und der Freien Staatlichen Universität für Erziehung unterrichtet. 1999 wurde ein Forschungsprojekt zu Edu-K-Methoden an der Russischen Akademie für Erziehung für drei Jahre (1999-2002) freigegeben.

Dieses Projekt wurde vom Labor für sozialkulturelle Untersuchungen des Erziehungswesens am Institut der psychologischen und erziehungswissenschaftlichen Fakultät für künstlerische und kreative Entwicklung erarbeitet, an dem ich als Direktor arbeite.

Das Ascension Institut, eine private Ausbildungsstätte für psychologische und kinesiologische Belange, bildet das organisatorische und erziehungswissenschaftliche Zentrum für die Edu-K-Arbeit in Russland.

Dieses Institut hat experimentelle Projekte initiiert, wie auch Edu-K Gruppen in Kindergärten, Grundschulen und Zentren für Kinder-Kreativität gebildet. 35 Edu-K-Lehrer führten diese innovative Arbeit durch und unterrichteten Kinder und ihre Eltern in Brain Gym.

Unsere Mission am Ascension Institut

Unser vorrangiges Untersuchungsthema ist "Die natürliche Bewegung und die mentale und psychologische Entwicklung durch Edu-K". Diese Mission wurde am Ascension Institut weiter entwickelt durch das Labor für soziokulturelle Untersuchung an der Russischen Akademie für Erziehungswissenschaften und durch andere Institutionen sowie Edu-K-Lehrer in ganz Russland.

In unserer Arbeit am Ascension Institut setzen wir verschiedene psychologische und erziehungswissenschaftliche Tests ein, um die verschiedenen Aspekte des Denkens, der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses, ebenso wie Entwicklung der Bewegungssphären, des Verhaltens und der Persönlichlichkeitscharakteristiken. In einer Edu-K-Rahmenarbeit haben wir den Einfluss von Brain-Gym-Bewegungen in verschiedenen Altersgruppen gemessen und dabei verschiedene systematische Parameter verwendet:
1. Das Organisationsprofil des Gehirns (Dominanz) - das Basisprofil und auch die spezifischen Profile in Bezug auf Lesen, Schreiben, Mathematik und kreative Aktivitäten;
2. die drei Dimensionen des Fokussierens, des Zentrierens und der Lateralisation - im Normalzustand und nach dem Cross Crawl, dem homolateralen Crawl, dem Einsatz des Symbols X und II;
3. die Acht;
4. Muskeltest im Rahmen des "Touch for Health" Systems, entwickelt von John Thie und
5. Checks der frühkindlichen Reflexmuster.

Nachvollziehen des Einflusses der frühkindlichen Reflexe

Wie die bedeutende russische Psychologin L.S. Vigotsky 1930 sagte: Die ersten frühkindlichen Bewegungen verschwinden nicht; sie setzen die Arbeit fort in Verbindung mit höheren Nervenformationen, dringen in ihre Struktur ein als untergeordnete Vorgänge und übertragen Teile ihrer Funktionen auf höhere, "jüngere" und neue Zentren. Zwei Fallstudien (siehe unten) aus meiner Edu-K Beratungsarbeit waren für mich Anlass und Motivation zugleich, die frühkindlichen Reflexe ausführlicher zu studieren.

Unsere Untersuchung der Reflexe baute auf unseren experimentellen Studien mit Schulkindern auf, welche 1994 in Moskau und Orehovo-Zouevo begannen. Sechs Kindergarten-Klassen waren ursprünglich einbezogen, mit 20 bis 25 Testpersonen in jeder Gruppe (136 Kinder insgesamt). Am Kinder-Kreativitätszentrum waren es acht Gruppen mit jeweils 16 bis 20 Kindern (insgesamt 160 Kinder im Jahr). Diese Kinder begannen ihre Ausbildung zwischen dem dritten und sechsten Lebensjahr. Wir arbeiteten mit ihnen während der drei Kindergartenjahre und in den ersten drei Grundschuljahren.

Jetzt sind unsere jungen Pioniere aus der ersten Experimentier-Gruppenstudie in der 6. Klasse höher führender Schulen und zwischen 9 und 12 Jahre alt. Wir setzen die Arbeit mit Kindern aus anderen Kindergärten und Schulen in anderen Orten fort und erhalten fortwährend Informationen von verschiedenen Lehrern und Psychologen, die die Edu-K-Methoden selbst studiert haben. Unsere Untersuchung dokumentiert, wie sehr die Brain Gym-Übungen die Entwicklung von verschiedenen Sphären im Leben und in den Aktivitäten von einzelnen Personen beeinflussen kann.

Unsere wissenschaftlichen Quellen haben uns erlaubt, ein gesamtes Arbeitsprogramm für Kinder und Erwachsene zu entwickeln, das die dynamischen und posturalen Reflexe in Ganzkörperbewegungen integriert. Die allgemeinen Erziehungsprogramme für Kinder in den Experimentiergruppen beinhalten die Anwendung der Edu-K Arbeit als einen unabhängigen Bestandteil im Lehrstoff, aber auch als Lehrstoff innerhalb der Fächer Lesen, Schreiben und Mathematik. Brain Gym wird auch angewandt im Kunst- und Musikunterricht, einbezogen in Theateraufführungen und Märchenlesungen. In unseren Schulen lernen und erfreuen sich die Kinder an den Brain Gym-Aktivitäten, machen Erfahrungen mit der Restrukturierung der frühkindlichen Reflexe, und wir bieten Balancen an zur Erfüllung ihrer spezifischen Ziele.

Der ausschlaggebende Grund für Edu-K ist es hier, die verschiedenen mentalen und psychologischen Prozesse zu optimieren sowie Lernstress loszulassen und die Reflexe in die Gesamtkörperbewegung zu integrieren.

Die Brain Gym-Bewegungen scheinen die Körper-Geist Systeme auf der tiefenpsychologischen, physiologischen und neurologischen Ebene zu beeinflussen und sorgen dafür, dass das Lernen natürlich und erfolgreich gemeistert wird.

Zwei Fallstudien zu frühkindlichen Reflexen

Fallstudie 1:
Ich arbeitete mit einem vierjährigen Jungen, der gelähmt war. Michael konnte weder gehen noch sprechen; er konnte nur liegen, da er eine schlechte motorische Koordination und eine wenig ausgebildete Reflexentwicklung hatte. Seine Eltern haben alles Mögliche getan, um ihm zu helfen, seinen Intellekt zu entwickeln. Und ihnen ist es auch zu verdanken, dass er Puzzles zusammenlegen konnte, die für neun Monate alte Babys entwickelt wurden.

Ich habe begonnen, mit Michael Brain Gym-Übungen durchzuführen - mit dem Schwerpunkt Cross Crawl. Dabei stellte ich fest, dass er aktive Cross Crawls brauchte. Deshalb habe ich seine Mutter gebeten, mich dabei zu unterstützen, gegen seine Gliedmaßen zu drücken, wenn er seine Bewegungen machte. Am nächsten Tag bewegte sich Michael alleine und versuchte dabei, die Druckübungen zu wiederholen. In dem ich in seine nonverbale Kommunikation "hineinhörte", habe ich gegen alle Teile seines Körpers gedrückt. So habe ich auch verstanden, dass es erforderlich war, ihn in eine aufrechte Haltung zu bringen.

Als Michael aufrecht stand, hing sein Körper schlaff herunter. Einfühlsam habe ich seine Knie gebeugt und gestreckt bis er automatisch mit seinen Füssen gegen den Boden drückte, seinen Kopf anhob und ... begann zu laufen. Schritt für Schritt sind wir zum Balkon gelaufen, wo die roten Rosen wuchsen. Er sah die Blumen und begann aus Freude laut zu schreien. Sein ganzer Körper verlangte danach, in diese Richtung zu gehen. Nach einigen weiteren Schritten roch er die Rosen und begann wiederum laut zu schreien. Nach diesem Tag verlangte Michael permanent danach, das Laufen weiter zu trainieren.

Fallstudie 2:
Ich wurde eines Tages gebeten, mit einem 78-jährigen Mann zu arbeiten, der immer noch sehr stark und stattlich war, aber unter Alzheimer litt. Er war unfähig, sich an Worte zu erinnern, an wichtige Ereignisse in seinem Leben, genauso wenig, wie er seine vier Kinder wieder erkennen konnte.

Allein konnte er keine Spaziergänge machen, da er nicht mehr in der Lage war, nach Hause zu finden, und er war bei allen Grundbedürfnissen völlig abhängig von seiner Frau. Sein Arzt erklärte ihm, dass nichts ihm helfen könne, da der Hippocampus seines Gehirns langsam sterben würde. Er war sehr schüchtern und zurückhaltend, als ich versuchte, ihm Cross Crawl beizubringen, und er konnte keine Bewegung machen; genauso verlegen war er, wenn ich nach Farben fragte und er sich nicht an diese erinnern konnte. Ich arbeitete mit ihm und führte einige Brain Gym- Aktivitäten mit ihm durch, ebenso wie Edu-K Total Core Repatterning® Maßnahmen.

Nach der ersten Therapiesitzung konnte sich der Mann an den Namen seiner Frau erinnern und war in der Lage, einige Farben wieder zu erkennen und ihre Namen zu nennen. Er war glücklich wie ein Kind. Während der nächsten Sitzung habe ich mich auf die frühkindlichen Reflexe konzentriert.

Die Krabbelreflexe waren bei ihm völlig ausgeschaltet. Ich brachte ihm bei zu krabbeln, und er war in der Lage, Cross Crawl selbst durchzuführen. Während der dritten Sitzung begann er, sich an viele Worten wieder zu erinnern und an die Namen seiner Kinder. Als ich ihm die Hand gab, um ihm ‚Auf Wiedersehen' zu sagen, hat er sie genommen und geküsst - mit Tränen in den Augen. Ich war überrascht, dass er sich an seine guten Umgangsformen zurückerinnern konnte, und er beantwortete mein Erstaunen mit "Ein Mann muss ein Gentleman sein". Später - als wir die Sitzungen fortsetzten - bewältigte er seinen Gedächtnisverlust immer besser und konnte so sogar seinen Nachhauseweg wieder finden. Dank dieser Fallstudien habe ich selbst einen besseren Einblick gewonnen in die Wichtigkeit der frühkindlichen Reflexe auf das gesamte Leben einer Person.